Buzz Aldrin’s Space Program Manager


In die 1950er und 60er Jahre entführt Buzz Aldrin’s Space Program Manager. Die Fortsetzung des Klassikers Race to Space ist eine unterhaltsame Mischung aus rundenbasierter Wirtschaftsstrategie und Lernsoftware.

Unser Job als Spieler: Wir koordinieren wahlweise das US-Weltraumprogramm der NASA oder das der rivalisierenden Sowjetunion und versuchen, als erste Nation einen Menschen auf den Mond zu bringen. Was gar nicht so einfach ist, denn wenn wir unsere Astronauten mit schlechter Ausstattung zu früh ins All schießen, dann verheizen wir sie im wahrsten Sinne des Wortes. Ergänzt wird der Umfang des Titels um eine dritte Kampagne mit einer fiktiven internationalen Weltraumbehörde, die auf weltweite Kooperation statt auf Konkurrenz setzt, und um einen Mehrspielermodus.

Namenspate Buzz Aldrin ist der zweite Mann auf dem Mond gewesen. Der 21. Juli 1969 war der größte Tag seines Lebens – und zugleich sein bitterster: Der Kommandant der Apollo-Mission, Neil Armstrong, ließ sich das Vorrecht nicht nehmen, als erster Tourist den Erdtrabanten zu betreten. Buzz Aldrin leiht dem Spiel im übrigen nicht bloß seinen Namen, sondern hat Publisher Slitherine auch persönlich bei der Entwicklung beraten.

Technisch besteht der Titel bloß aus wenigen Spielmechaniken. Im Kern geht es im Space Program Manager um Personalverwaltung. Wissenschaftliche Ingenieure, die Flugleitungsmitarbeiter und Astronauten müssen eingestellt, Spezialgebieten zugewiesen und dort trainiert werden. Dabei gilt es, im Wettlauf mit der Konkurrenz den richtigen Augenblick zu erwischen, um bei den aufeinander aufbauenden Teilmissionen den Abschuss einer Rakete ins All zu wagen. Am spannendsten sind die Phasen nach Start des Countdowns, wenn der Spieler, ohnmächtig an den Fingernägeln knabbernd, zuschauen muss, ob alles so klappt wie geplant.

Der Space Program Manager trumpft weniger mit raffinierten Features oder komplexer Strategie auf als mit seiner dichten Spielatmosphäre. Dazu tragen zeitgenössische Musik bei, eine Fülle informativer Hintergrundtexte und insbesondere die akkurate zeitgeschichtliche Recherche. Die 2D-Grafiken und Bilder sind schlicht, aber historisch akkurat gestaltet, die Fachbegriffe stimmen. Der Titel ist auf deutsch spielbar, im Umfang ist ein deutsches pdf-Handbuch enthalten. Die Übersetzung aus dem Englischen ist gelungen, enthält aber im Bereich der Ingame-Hintergrundtexte zur Zeitgeschichte Lücken.

Für mein Let’s Play dieses ungewöhnlichen Titels habe ich als Let’s-Play-Partner einen befreundeten Wissenschaftler und Publizisten gewonnen. Neben mir in der Mission-Control-Zentrale sitzt Olaf Fritsche, ein Biophysiker, Autor vieler populärwissenschaftlicher Sachbücher, zum Beispiel von Begleitbänden zu Fernsehsendungen. Und ein exzellenter Kenner der Raumfahrtgeschichte, der noch mehr Anekdoten – und noch spleenigere – über den Wettlauf ins All erzählen kann als der Space Program Manager selbst.

# Playlist meines Let’s Play
# Produktseite auf Steam
# Infoseite auf civilized.de
# Homepage Olaf Fritsche




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